Anrufsperr-Apps und Datenschutz: So schützen Sie Ihre Kontakte
Apps zum Blockieren unerwünschter Anrufe sollen vor Telefonwerbung und Spam schützen. Einige dieser Anwendungen verlangen jedoch weitreichende Berechtigungen und können dadurch selbst zu einem Risiko für die Privatsphäre werden. Deshalb lohnt es sich, nicht nur auf die versprochene Schutzfunktion zu achten, sondern auch darauf, wie die App arbeitet und auf welche Daten sie zugreifen möchte.
Wie Anrufsperren funktionieren
Manche Apps ermöglichen es, eine eigene schwarze Liste anzulegen. Andere greifen auf zentrale Datenbanken mit gemeldeten Spam-Nummern zurück. Auf den ersten Blick ist das bequem: Die Anwendung wird kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr installiert und soll verdächtige Anrufe automatisch erkennen. Der tatsächliche Preis kann jedoch höher sein, wenn die App dafür persönliche Daten sammelt oder überträgt.
Eine Anrufsperre ist technisch gesehen eine Anwendung wie jede andere. Bei der Installation kann sie um Zugriff auf Kontakte, Anruflisten oder weitere Informationen auf dem Gerät bitten. Einige Anbieter nutzen solche Berechtigungen nicht nur für die eigentliche Funktion der App, sondern auch zum Aufbau eigener Rufnummern- und Namensdatenbanken.
Dadurch können Kontakte aus dem Telefonbuch zusammen mit den dazugehörigen Angaben auf externe Server übertragen werden. Sucht später jemand nach einer bestimmten Nummer oder einem Namen, können Informationen erscheinen, die ursprünglich aus den Adressbüchern anderer Nutzer stammen. Dabei bleiben wichtige Fragen offen: Wo werden die Daten gespeichert, wer verwaltet sie und wie gut sind die Server geschützt?
Wie sollte man eigene Privatsphäre und eigene Telefonnummer schützen?
Lesen Sie vor der Installation die Datenschutzbestimmungen und prüfen Sie die verlangten Berechtigungen. Eine App zum Sperren von Anrufen benötigt nicht automatisch Zugriff auf sämtliche Kontakte und persönlichen Daten. Geben Sie nur Informationen frei, die für die konkrete Funktion wirklich erforderlich sind.
Denken Sie außerdem daran, dass ein Telefonbuch nicht nur Ihre eigenen Daten enthält. Wer seine Kontakte an einen Anbieter übermittelt, gibt zugleich Telefonnummern und Namen anderer Personen weiter. Mobiltelefonnummern gehören zu den persönlichen Informationen, die nicht ohne guten Grund veröffentlicht oder mit unbekannten Unternehmen geteilt werden sollten.
Autor: Beitrag wurde veröffentlicht in: Blog • 2020-01-07
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